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Wie lange dauert es, schwanger zu werden?
Lässt die Schwangerschaft mehrere Monate lang auf sich warten, so ist das nicht ungewöhnlich. Unter bestimmten Bedingungen ist es jedoch sinnvoll, ärztlichen Rat zu suchen.
Wartezeiten gehören dazu
Viele Menschen erwarten, dass eine Schwangerschaft eintritt, sobald sie nicht mehr verhüten. Manchmal braucht es jedoch ein wenig Geduld: Auch wenn die meisten Schwangerschaften innerhalb der ersten 6 Monate eintreten, sind längere Wartezeiten nicht unbedingt ein Grund zur Sorge.
Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei etwa 30 % pro Monatszyklus. Mit zunehmendem Alter sinkt die Fruchtbarkeit. Das liegt unter anderem an der abnehmenden Hormonproduktion, der Anzahl und der Qualität der Eizellen.
Im Schnitt werden so viele Frauen bei regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Jahres schwanger:
- 75 % der 30-jährigen Frauen
- 66 % der 35-jährigen Frauen
- 44 % der 40-jährigen Frauen
Bei Männern beginnt die Fruchtbarkeit ab 40 Jahren allmählich zu sinken. Es werden weniger Spermien gebildet, deren Befruchtungsfähigkeit zudem geringer sein kann.
Lässt sich die Zeit verkürzen?
Pro Monat ist eine Frau nur an etwa 6 Tagen fruchtbar. Damit sie schwanger werden kann, muss sie deshalb zum richtigen Zeitpunkt ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung etwa einen Tag vor dem Eisprung.
Um die fruchtbaren Tage zu erkennen, sind die Methoden der natürlichen Familienplanung hilfreich. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft steigt deutlich, wenn ein Paar an mindestens einem der fruchtbaren Tage Geschlechtsverkehr hat. Auf Dauer sind Lust und Freude am Sex jedoch wichtiger als eine allzu genaue Planung.
Neben dem richtigen Timing können manchmal auch Veränderungen des Lebensstils etwas bewirken. Beispielsweise können Rauchen, starkes Übergewicht oder Leistungssport die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Welche Maßnahmen helfen und welche eher nicht, lesen Sie in dem Beitrag Alter, Lebensstil und Umwelt: Viele Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit.
Wann ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen?
Als normale Wartezeit auf eine Schwangerschaft gilt aus medizinischer Sicht ein Jahr. Dauert es länger, so sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer herabgesetzten Fruchtbarkeit, die bei Bedarf medizinisch abgeklärt werden sollte. Häufig liegen mehrere Ursachen vor, die in einem Zusammenspiel die Fruchtbarkeit beeinflussen. Bei den meisten Paaren betrifft dies beide Partner, so dass es wichtig ist, dass sich beide untersuchen lassen.
Da die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter deutlich nachlässt, wird Frauen ab 35 Jahren empfohlen, sich schon nach 6 Monaten an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden. Denn auch eine eventuelle Kinderwunsch-Behandlung ist umso erfolgreicher, je jünger eine Frau ist. Zudem beteiligen sich gesetzliche Krankenkassen finanziell an einer Kinderwunschbehandlung nur, solange die Frau jünger als 40 und der Mann jünger als 50 Jahre ist. Privat Versicherte sollten sich bei ihrer Krankenkasse nach der Kostenübernahme erkundigen.
Auch bei bekannten Vorerkrankungen kann es sinnvoll sein, sich schon nach einer kürzeren Wartezeit ärztlich untersuchen zu lassen.
Amrani, M. & Seufert, R. (2023). Gynäkologische Endokrinologie und Kinderwunschtherapie: Prinzipien und Praxis, 389–403. Springer.
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e. V. (2019). AWMF-Leitlinie 015/085 S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie vor einer assistierten reproduktionsmedizinischen Behandlung (ART).
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e. V. (2020). AWMF-Leitlinie 016-003 Psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie bei Fertilitätsstörungen.
Diedrich, K., Ludwig, M. & Griesinger, G. (2019). Reproduktionsmedizin. Springer.

